Samstag, 14. August 2010

Neues Zuhause

Nach der ersten Nacht in Sydney, welche ich dann doch schlussendlich ohne jeglichen schlaf verbracht habe musste schnell etwas neues her. Da ich es sowieso nicht länger in der Wohnung aushielt fing ich schon um 7 uhr morgens an meine Sachen zu packen. Die nacht hatte ich mich um ein neues zuhause bemüht und etwa 6 einheimische angeschrieben welche Räume zu vermieten hatten. Mein Budget wurde nun erheblich aufgestockt da es mir unmöglich erschien für unter 200$ die Woche ein gutes zuhause zu finden. Ausserdem hatte ich keine Lust erneut in so eine miese Bude zu geraten. Vorerst sollte jedoch ein Hotel oder Hostel herhalten. Nach einer kurzen research hatte ich mich für das Big Hostel nahe der Central station entschieden. Direkt im Stadtkern, annehmbare Preise (215$ eine Woche für ein 4 Bettzimmer) und gute Bewertungen. http://www.bighostel.com/
Um meinen Koffer etwas zu erleichtern bastelte ich mir aus 2 mittleren Rucksäcken einen großen und füllte diesen mit ziemlich viel Kram. Der Koffer fühlte sich dennoch genauso schwer wie am Vortag an. Zumindest sah ich nun aus wie ein Backpacker :). Gegen 8 Uhr verlies ich dann Martin und seine Frau welche sich noch einmal entschuldigten und mir anboten noch ein wenig zu bleiben. Ich lehnte dankend ab und bat Martin lediglich mir ein wichtiges Paket welches in den nächsten Tagen von meiner Firma eintreffen würde zu dem Hostel zu bringen. Martin versicherte mir sich sofort auf den Weg zu machen wenn es eintreffen würde. In Parramatta kannte ich mich inzwischen schon ein wenig aus und fand schnell den Weg zur Station. Leider hatte ich nicht bedacht das wohl gerade rush hour war. Also kämpfte ich mich mit meinen 40KG Gepäck durch eine riesige Menschenmenge um schlussendlich weitere 4$ für ein Ticket zahlen zu können. Etwa 30 Minuten vergingen und ich war wieder im Herzen von Sydney. Das Big Hostel lag quasi direkt am CBD nahe der Central station. Allerdings sah es auf den Fotos doch ein wenig größer aus und so dauerte es ein wenig bis ich es fand (vermutlich wirkte es aber auch nur so klein wegen den wirklich riesigen Gebäuden um es herum.

Beim Check in wurde mir dann leider gesagt, dass kein 4 Bettzimmer mehr frei sei und ich für die ersten 3 Tage ein 8 Bettzimmer nehmen müsste. Da ich keine andere Wahl hatte willigte ich ein. 105$ für 3 Tage und ich konnte mein Zimmer beziehen. Dies glich jedoch wohl eher ein Müllhalde. Anziehsachen flogen quer durch das Zimmer, das Fenster komplett verdunkelt und Betten wie aus einem Gefängnis. Dazu hatte ich etwa 4 Hippies und 3 Bodybuilder auf dem Zimmer welche ihren Rausch ausschliefen. Das einzig positive war, das Ich nun ein Bett hatte meine Sachen erstmal ablegen konnte und die Zimmergenossen sehr nett waren. Da ich jedoch keine Lust hatte mein Jetlag noch länger bei zu behalten wurde schlafen erstmal gestrichen, damit ich an diesem Abend totmüde sein würde. Also alle Wertgegenstände in den Rucksack und runter zum Frühstück denn es war ja gerade einmal halb 10. Das Frühstücksbuffet erinnerte mich eher an unsere Spülmaschine aus Düsseldorf und so lies ich dies erst einmal ausfallen und entschied mich in einem der unzähligen Cafes zu frühstücken. Schlussendlich landete ich dann doch bei Starbucks. Auch wenn ich eigentlich Franchiseunternehmen nicht mag sind diese im Ausland wirklich sehr hilfreich und ihr Konzept erscheint einem dann doch sehr sinnvoll. Das Frühstück war leicht teurer als in Deutschland und so zahlte ich für 1 Kaffee, 1 Belegtes Brötchen, 1 Croissant sowie einer kleinen Flasche Wasser für unterwegs etwa 20$. Ich nahm mir vor ab nun etwas sparsamer mit meinem Geld umzugehen und die heutigen Wege ohne Bahn oder Bus zu bewältigen. Ziel sollte das Opera house und die Harbour Bridge sein. Ein Weg quer durch den CBD. Wenn man zum ersten mal in Sydney ist wie ich würde ich jedoch eher empfehlen mit Bus oder Bahn zu fahren es sei denn man ist Lärmunempfindlich. Ein ununterbrochenes Hupen, Laute Motoren, nervende Ampelgeräusche und 1Millionen redende schnell hetzende Menschen umkreisten mich. Ich fühlte mich irgendwie verloren.
Dennoch musste ich doch nun auch endlich mal etwas schönes und positives finden. Also auf zum Opera house. Bei einem straffen Fußmarsch dauerte es schätzungsweise 1 std. Die Hälfte der Zeit verbrachte ich jedoch wohl eher beim warten vor Ampeln. Jede Ampel in Sydney muss bevor sie auf grün wechselt von den Fußgängern aktiviert werden. Nach einer ewigen Rotphase kommt dann die Grünphase welche so kurz ist, dass ich es bei keiner einzigen Ampel bisher, mit schnellem Schritt geschafft habe diese bei grün zu überqueren.
Die Sydney Opera direkt neben der Harbour Bridge gelegen entschädigte mich mit ihrem wirklich einzigartigem Design. Ebenfalls war es wirklich sehr viel Relaxter hier und ich genoss einen Kaffee in einem der Hafen Restaurants. Dieser schlug mit 6$ zu buche. Der angenehme Stuhl sowie der einzigartige Ausblick machen diesen Preis jedoch wieder wett.


  

Etwa eine Stunde erkundete ich weiter den Hafen und bemerkte das meine kleine Starbucks Flasche nun auch leer war. Die Sonne brannte jedoch unaufhaltsam auf mich nieder und so zog ich es nun in Betracht einen der 24/7 stores, vor denen ich gewarnt worden war zu betreten. Da ich jedoch noch Kraft hatte suchte ich weiter. Schlussendlich war mein Durst aber so groß, und ein aufkommendes Schwindelgefühl tat sein übriges dazu, dass ich einen dieser kleinen Lebensmittelläden betrat. Preisschilder gab es hier keine an den Getränkeboxen und ich ahnte Böses. Ich entschied mich für eine 1,5l Flasche Wasser welche nach einem günstigen Noname Produkt aussah. Dazu keine Kohlensäure. Wird schon nicht als zu teuer sein dachte ich mir doch weit gefehlt. Der Verkäufer sagte in einem monotonem Ton: Eight dollar eighty please. Ein Blick auf die Kasse bestätigte es mir. 8,80$ für eine Flasche Wasser im Sydney Harbour. Murrend bezahlte ich es und verlies schnellstmöglich den Laden.   Ich genoss mein Premiumwasser betrachtete die Fähren und schoss ein paar Fotos. Da es nun doch langsam etwas bergab mit meiner Fitness ging beschloss ich mich auf den Rückweg zu machen. Unterwegs fand ich dann auch einen Supermarkt in einer riesigen Shopping Mall. Dieser trägt den Namen Coles und ist wesentlich Preiswerter als alle zuvor gesehenen Läden. Dennoch liegt auch hier das Preisniveau über dem von Deutschland. Hier ein Paar Beispiele: 1kg Äpfel 13$, 1 Bifi 1,80$, 3 Flaschen Cola 1l 5$, 2 Sandwiches 6$ , 1Brötchen 0,40$. Ich entschied mich für 2 Käsebrötchen mit Ham welche als Mittagsessen dienen sollten, einer großen Flasche Wasser sowie für ein Schloss um meinen Locker in der Herberge abschließen zu können. Mein nächstes Ziel war nun eine Handy karte zu finden. Da ich wohl doch eher der sicherheitssuchende Mensch bin betrat ich einen Vodafone laden. Hier wurde ich wirklich sehr nett beraten und hatte schlussendlich einen guten Vertrag für Telefonie ins Ausland sowie im Inland.
Die Zeit verging wie im FLug und um 3pm war ich dann auch endlich wieder in meiner Herberge. Als ich dort meine mails checkte sah ich, dass meine Firma um einen Anruf bat. Sie wollten sich erkundigen wie es mir in Sydney gefiele und ob ich gut angekommen wäre. Da ich ja nun auch ein Handy hatte erledigte ich dies direkt und erzählte Ihnen meine Geschichte und von Martin sowie seiner Familie. Meine Firma war alles andere als begeistert und fing an sich große Sorgen um mich zu machen das es mir wohlmöglich nicht gefallen würde in Sydney und versicherte mir sich sofort um alles weitere zu kümmern. Ich solle lediglich meine Sachen zusammen packen und das Hostel so schnell wie möglich verlassen. So schnell kann es also gehen. Gerade eingecheckt und schon verlies ich es wieder. Na ja wirklich vermissen werde ich es wohl nicht sondern eher die 105$ die ich dort lies. Kurze Zeit später klingelte dann wieder mein Handy und Sharyn rief mich an. Sie sagte mir wie leid es allen tun würde und das ich mich auf den Weg zum Meriton machen sollte. Sie hätten dort eine kleine Wohnung für mich gebucht und ich könnte sofort einchecken (http://www.meritonapartments.com.au/). Gesagt getan. Ich fragte kurz ein paar Polizisten wie ich am schnellsten dort hin kommen würde und nach einer mir ewig lang vorkommenden Fußstrecke war ich endlich da. Im empfang wurde ich bereits erwartet und sogleich zu meiner Wohnung gebracht. Ich konnte es kaum glauben was ich hier sah. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Mein Herz strahlte und ich fühlte mich direkt zuhause. Dazu full service. jeden Tag frische Bettwäsche, neue Handtücher und gebügelte Hemden :). Leider musste ich Internet noch extra dazu buchen welches mit 109$ für eine Woche ein tiefes Loch in mein Tages Budget schlug. Naja dafür nun endlich eine 1a Wohnung wo ich mich zuhause fühlte. Dieses Gefühl war mir mehr als alles andere Wert und meine Laune schoss schlagartig in die Höhe. Ich rief kurzerhand Sharyn an und bedankte mich vielmals bei ihr. Sie erzählte mir das Pearl (meine managerin) mich noch besuchen wollte und ich mich dem entsprechend vorbereiten sollte. Nach einer langen und unendlich gut tuenden Dusche machte ich mich frisch und zog gute Sachen an. Tres chique wartete ich dann auf Pearl und holte diese vom Empfang ab. Pearl war ebenfalls sehr froh, dass es mir nun gut ging und ich hatte ein langes sehr sehr nettes Gespräch mit ihr. Sie erzählte mir wie sehr sich alle auf mich freuen würden und ob ich schon Leute in Sydney kennen gelernt hätte. Danach fragte Sie mich noch einiges über meine Mutter und erzählte mir, das der Chef (über den ich an das Praktikum gekommen bin) jegliche Kosten für die Unterkunft übernehmen würde.
Ich glaube Pearl bemerkte das ich noch ziemlich angeschlagen war und meine Augen kurz davor standen zuzufallen. So verabschiedete Sie sich von mir und war sehr froh das es mir gut ging.
Was sich angedeutet hatte trat nun auch ein. Ich fiel ins Bett und schlief sofort ein.
This is Niko Sutterlei
from Meriton Accommodation

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